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QUERDURCH 2004

18.06.2004 bis 18.06.2004

Art und Science Supershow

Veranstalter / Hochschule für bildende Künste Hamburg
Ansprechpartner / Prof. Matthias Lehnhardt
Ort /Hochschule für bildende Künste

Die Gegenüberstellung von Kunst und Wissenschaft - mit Irrationalität gegen Rationalität oder Subjektivität gegen Objektivität als Denkform schön griffig gemacht - erweist sich spätestens in der Moderne als perspektivlos. Zunehmend in Grenzfragen verstrickt begegnen sich die Systeme auf gemeinsamen Feldern wie dem der Medien, der Technologie, der Hirnforschung oder der Quantenmechanik.
Und weiter - während sich die Wissenschaft an den Bildwelten der Kunst bedient, räubert die Kunst auf dem Territorium der Wissenschaften. So basieren die Parallelwelten des Siencefiction auf Rechenergebnissen, nicht auf dem Erfindungsreichtum von Literaten. Spekulation, Deutung, Exploration, Intuition, Assoziation, Improvisation, Imagination - einst eher der Kunst zugeschrieben, könnten zu einem produktiven Wissensbegriff führen.

In den Geisteswissenschaften wurden Gewißheiten zu Widerlegbarkeiten oder Wahrscheinlichkeiten. Die Kunst der Moderne hat ihren Rahmen verlassen und industriell gefertigte Produkte auf den Ausstellungs-Sockel erhoben oder nun Weggeworfenes zur Recycling-Kunst erklärt.
In den Naturwissenschaften rütteln Phänomene aus der Quantenmechanik am Fundament der gültigen Weltvorstellung, am Einsteinschen Universum, an der absoluten Grenze der Lichtgeschwindigkeit. Schwarze Löcher, Energiefalten im Universum oder die Teleportation mit Überlichtgeschwindigkeit zeigen nicht nur dem Wissen sondern auch dem Vorstellungsvermögen Grenzen auf.

Grenzgänge durch Kunst und Wissenschaft – die Ziele
Zertrümmern und aus der Asche emporsteigen, retten was zu retten ist oder rette sich wer kann? Trennendes und Gemeinsames markieren oder den Machtkampf der Systeme führen – und obsiegen? Spitzwegsche Künstlerromantik oder Zukunftslabor mit allen Schikanen? Kunst als Dekoration oder als visionäres Aufschreibsystem? Sind Logos und Eidetis im Rückgriff auf die griechische Tradition wiederzuvereinen – wie damals in der Technik - was heute?
Die Hochschule für bildende Künste Hamburg setzt sich und ihre Gäste mit der Veranstaltungsreihe nicht nur wohlgemeinten Fragen aus, wie etwa ein revidierter Begriff des Wissens zu schaffen sei, in dem sich die Künste als auch die Wissenschaften einfinden könnten - nein, es geht um Grundsätzliches, um die Identität und die Positionierung einer Institution, ihres Lehrens, Lernens, Forschens und Feierns, ihres Alltags jenseits von Erstarrungen in elegant gleitenden Schubladen.

Begriffe, Disziplinen und Phänomene: querdurch durch das Wissen, die Maschinen und den Mikrokosmos
Dieser Komplex durchleuchtet die Brauchbarkeit von Kunst und Wissenschaft als Begriffe und als Disziplinen - und befragt die Phänomene. Reicht das Instrumentarium der Geisteswissenschaften für eine gemeinsame Perspektivbildung aus, die das Künstlerische und das Wissenschaftliche aus ihrer Gegenüberstellung löst oder aber Trennendes zu fundieren vermag? Die Grenzen des Wissens werden aufgesucht und überschritten - es wird nachgefragt, für wen die Welt jenseits dieser Grenzen lebbar ist. Die Hoffnung auf Technologie. Wenn die Kunst Software sei - auf welcher Hardware und auf welchem Betriebssystem würde sie lauffähig. Bietet die Technik ein brauchbares System zur Beschreibung des Künstlerischen? Die Lichtgeschwindigkeit prägt das aktuelle naturwissenschaftliches Weltbild - eignen sich die Verfahren aus der Quantenmechanik auch für das Künstlerische?

Web /Veranstaltungsreihe Querdurch (In Zusammenarbeit mit)

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Aufgezeichnete Veranstaltungen

Art und Science Supershow

18.06.2004 / Veranstaltung zum Verhältnis von Kunst und Wissenschaft mehr